Zitate von Ernst Ludwig Kirchner

Von Kirchner gibt es zahlreiche, aussagekräftige Zitate zu seine Kindheit in Aschaffenburg und den Bezügen zu seinem künstlerischen Werk.

„Ich bin am Bahnhof geboren. Das erste was ich im Leben sah, waren die fahrenden Lokomotiven und Züge. Sie zeichnete ich, als ich 3 Jahre alt war. Vielleicht kommt es daher, dass mich besonders die Beobachtung der Bewegung zum Schaffen anregt. Aus ihr kommt mir das besondere Lebensgefühl, das der Ursprung des künstlerischen Werkes ist.”

„Als junge saß ich immer am Fenster und zeichnete was ich sah; Frauen mit Kinderwagen, Bäume, Eisenbahnzüge, etc., etc, [Als] Papierblock holte ich mir altes Conventpapier und mit dem Rotblaustift… [Ich] versuchte ich mich an den Lokomotiven, die an meinem Fenster vorüberfuhren, Frauen mit Kinderwagen, Bäume, …und den Frauen mit den Sonnenschirmen, die am Bahnhof lang gingen…”

„Diese Schauer von Furcht und Verwunderung wenn ich an den Kinderwagen – ich fühle sein Flechtwerk noch heute – zurück [denke…] an diese gespenstisch große Welt […] die vollen Züge drüben auf dem Bahnhof […] der Duft der Frauen […] als ich mit meinem kleinen Bruder […] im Bett lag.”

„Ich zeichnete alles was ich sah. So ließ sich die Furcht eindämmen.”

„Das Zeichnen hat immer geholfen, geholfen das Leben zu erhalten. So wurde ich Maler…”

„Noch heute sehe ich [mich] am Hof meines Geburtshauses [und die Gartenmauer] mit dem Ziehtor und den zylindrischen Kugellöchern und den Garten mit Laub und Büschen. Ich will versuchen es zu zeichnen. Eines Tages, ich war drei oder vier Jahre alt, führte mich die Amme vor das Tor unseres Hauses in Aschaffenburg, zeigte mir die Kugeleinschläge, die die Preußen 1866 … dort zurückgelassen hatten beim Gefecht. Sie erzählte, wie tote und verwundete Soldaten im Hof gelegen hätten und die Bewohner des Hauses im Keller gesessen und geweint hätten.”