Kirchner-Rezeption in Aschaffenburg

Ernst Ludwig Kirchner wird am 6.5.1880 in Aschaffenburg geboren. Er verbringt hier bis 1884 seine prägenden Kindertage.

Kirchner absolviert auf Anraten seiner Eltern ab 1901 ein Architekturstudium in Dresden, das er mit Erfolg abschließt.

Kirchner ist 1905 Gründungsmitglied der expressionistischen Künstlergruppe „Die Brücke” in Dresden, die sich 1913 nach einem Streit über die von Kirchner verfasste einer Chronik der Gruppe auflöst.

Die Stadt Aschaffenburg erhält 1946 das Angebot, sein gesamtes Werk für angeblich 200.000 Franken zu kaufen. Das Geld war aber knapp, der Wohnungsbau in der stark zerstörten Stadt hatte Vorrang.

In Aschaffenburg wird 1948 die erste Kirchner-Ausstellung nach dem Krieg gezeigt, die Christian Schad mit der „Kulturliga” initiiert hatte.

1955 lässt der Geschichts- und Kunstverein anlässlich des 75. Geburtstags Kirchners eine Gedenktafel mit der Aufschrift „Geburtshaus des Malers E.L. Kirchner 1880-1938” anbringen.

1978 gründet sich der „Kirchner-Kreis” mit dem Ziel, Kirchner-Werke anzukaufen. Die Ölgemälde „Baumgrenze” (1918) und „Stafelalp im Nebel” (1918) werden von der Stadt und der Bayerischen Landesstiftung München angekauft. Sie sind seitdem im Schloss-Museum zu sehen. Der „Kirchner-Kreis” löst sich nach einem Streit über den Ankauf einer von Kirchner gestalteten Bühnendekoration auf.

1980 veranstalten die Museen der Stadt zum 100. Geburtstag eine Kirchner-Ausstellung mit Werken der Sammlung Gabler im Schloss.

1992 wird in Davos ein Kirchner-Museum eröffnet, das über eine umfangreiche Sammlung verfügt.

1999 erwirbt die Berliner Nationalgalerie das Gemälde „Potsdamer Platz” für 9,5 Millionen Euro (damals der Höchstbetrag für ein Kirchner-Werk).

Die Kunsthalle Jesuitenkirche führt zum Jahreswechsel 1999/2000 unter dem Titel „Ernst Ludwig Kirchner: Leben ist Bewegung“ die von Dr. Brigitte Schad kuratierte Ausstellung durch, die unter anderem auch Kirchners Bezüge zu seiner Geburtsstadt herausarbeitet. Der Sammler und Kirchner-Experte Eberhard W. Kornfeld bietet der Stadt ein Konvolut von Kinderzeichnungen Kirchners als Schenkung mit der Auflage an, im Geburtshaus des Künstlers einen Dokumentationsraum einzurichten. Die Stadt zeigt jedoch kein Interesse.

2010 endet eine große Kirchner-Retrospektive im Frankfurter Städel-Museum, die mehr als 135.000 Besucher anzog.

2011 wird der Verein KirchnerHAUS Aschaffenburg gegründet, dessen Ziel es ist, das nahezu in Vergessenheit geratene Geburtshaus des weltberühmten expressionistischen Künstlers einer würdigen Nutzung zuzuführen.

Die Wertschätzung des Künstlers zeigt sich auch in den Höchstpreisen, die seine Werke nach wie vor erzielen.